Katzenallergien vorbeugen – können wir unsere Kinder schützen?

Kinder werden immer kränker, entwickeln immer häufiger Allergien. Kein Mensch kann es Eltern verübeln, wenn sie ihre Katze weggeben, weil das Kind in ihrer Anwesenheit keine Luft mehr bekommt. Doch gern tut es keiner. Wie schön wäre es, wenn man dem vorbeugen könnte.

Katzenallergie vorbeugen

Es ist der Alptraum einer jeden Familie: Das Kind entwickelt eine Allergie gegen die Familienkatze.
Erwachsene Katzenhalter können abwägen, kennen ihre eigenen Grenzen, lassen nichts unversucht und nehmen zum Teil starke Medikamente, um das Problem zu unterdrücken – damit sie sich nicht von den eigenen Katzen trennen müssen. Sicher tun es nicht alle, doch diejenigen, denen die Katzen wirklich am Herzen liegen, werden alles versuchen.

Doch bei Kindern ist es anders. Eltern wissen, was ich meine. Mit deren Gesundheit gehen wir vorsichtiger um. Will man sein Kind von A nach B, von Arzt zu Heilpraktiker und wieder zum Arzt schicken? Will man ihnen Medikamente verabreichen? Will man riskieren, dass sie Asthma entwickelt? Natürlich nicht. Sie haben noch ihr ganzes Leben vor sich. Bei ihnen sind wir viel vorsichtiger. Und vielleicht ziehen wir dann auch eher in Erwägung, sich von den eigenen Katzen zu trennen. Doch von „WOLLEN“ kann keine Rede sein.

Ist es möglich, einer Allergie, speziell einer Katzenallergie vorzubeugen?

Es gibt einige Untersuchungen, die zeigen, wie Krankheitsanfälligkeiten im Allgemeinen und die Entwicklung von Allergien im Speziellen womöglich reduziert werden können.

Bauernhofluft

Dass Kinder, die auf dem Land leben, weniger Allergien entwickeln, ist schon länger bekannt. Inzwischen weiß man sogar, woran es liegt.

Kinder auf Bauernhöfen kommen mit weit mehr Endotoxinen (Bestandteile von Zellwänden) bestimmter Bakterien in Kontakt als Stadtkinder.
Jedes Einatmen von Staub trainiert das kindliche Immunsystem, welches deshalb später seltener Fehlreaktionen zeigt.

Nun fand man heraus, warum es so ist. Die Endotoxine aktivieren in den Schleimhäuten der Atemwege das sogenannte Enzym A20. Dieses A20 ist in der Lage, die Immunreaktion zu hemmen.

Doch das funktioniert nicht bei allen Menschen gleich gut. Es gibt verschiedene Mutationen des Gens, welches das Enzym A20 codiert. Je nachdem, welche Art der Mutation vorliegt, wirkt sich diese auf die tatsächliche Wirkung der Endotoxine auf. Das erklärt, warum es auch Bauernhofkinder mit Allergien gibt. (Quelle)

Rohmilch

Eine weitere Untersuchung machte bekannt, dass Säuglinge, die Rohmilch bekommen, weniger krank werden. Man begleitete Kinder bis zum ersten Lebensjahr und fand heraus, dass das Risiko für Schnupfen, Atemwegsinfektionen und Mittelohrentzündungen bei den Kindern, die rohe Kuhmilch bekamen, deutlich geringer war als bei jenen, die H-Milch bekamen.

Die H-Milch-Säuglinge hatten höhere Entzündungparameter im Blut, welche unter anderem auch zu einer späteren Neigung zu Asthma führen können. (Quelle)

Eine direkte Verbindung zu einer Allergieentstehung wurde zwar nicht erwähnt, doch unter der Brücksichtigung der A20-Aktivierung (siehe oben) und der Tatsache, dass bei Katzenallergien vor allem die Atemwege betroffen sind, ist ein Zusammenhang sehr wahrscheinlich.

Rohe Kuhmilch ist allerdings nicht ungefährlich, weil sie Keime enthalten kann. Von ihr wird deshalb in der Säuglingszeit abgeraten. Früher war man dagegen weniger vorsichtig, denn damals kam die Milch häufig direkt aus dem Stall auf den Tisch. Möglicherweise mit ein Grund, dass die Kinder damals weniger Allergien hatten als heute. Man hofft, dass es möglich ist, in naher Zukunft die industrielle Verarbeitung der Milch so zu ändern, dass diese nicht gesundheitsgefährdend ist, aber dennoch die gesunden Bestandteile enthalten bleiben. Bis dahin bleibt den Müttern noch die Muttermilch, die ebenfalls Rohmilch ist.

Mythos Haushaltshygiene

Zu viel Hygiene begünstigt Allergien. Oder doch zu viel Schmutz? Wissenschaftler fanden heraus, dass die Menge an Schmutz und Bakterien keinen Einfluss auf die Entstehung von Allergien hat. Lediglich die Bandbreite der Bakterien ist ausschlaggebend, wo wir wieder bei den Bauernhofkindern wären. Wird geputzt, sind die Bakterien innerhalb kurzer Zeit wieder da. Ihr könnt deshalb ständig putzen oder auch ganz selten – eine Allergieneigung könnt ihr damit nicht beeinflussen. (Quelle)

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