Katzenfuttertest von Stiftung Warentest – warum das Ergebnis keine Kaufempfehlung ist, aber dieser Test trotzdem wichtig ist

11. Mai 2017

Katzenfutter, Katzenwissen

Jedes Mal, wenn Stiftung Warentest Katzenfutter testet und seine Ergebnisse veröffentlichen, laufen alle Sturm. Katzenhalter genauso wie Hersteller von schlecht bewertetem Katzenfutter. Warum dieser Test durchaus seine Berechtigung hat, aber das Ergebnis nicht zum Kaufen animieren sollte, möchte ich euch erklären.

Stiftung Warentest Katzenfutter

Was testet Stiftung Warentest genau?

Wer sich mit den Testkriterien der Stiftung Warentest noch nicht auseinander gesetzt hat, mag denken, dass das Testfutter im Labor auf seine kleinste Bestandteile untersucht wird und man so hinterher weiß, ob es gesund ist oder nicht, was genau drin ist und ob diese Inhaltsstoffe hochwertig sind. Das stimmt so nicht ganz.

Stiftung Warentest untersucht das Futter zunächst auf seine ernährungs­physiologische Qualität. Das heißt, es wird geprüft, ob das Futter die benötigten Nährstoffe liefert und keine Grenzwerte wie der des Natriumgehalts überschritten werden. Diese Ergebnisse machen 60% des Testergebnisses aus.

Auch die Fütterungsempfehlungen werden unter die Lupe genommen. Decken die Angaben den Bedarf einer Durchschnittskatze? Wird darauf hingewiesen, dass es individuelle Unterschiede gibt und die Fütterungsmenge bei Bedarf angepasst werden muss? Wird die zimmerwarme Fütterung empfohlen. Diese Untersuchung beeinflusst das Endergebnis in Höhe von 20%.

Das Vorhandensein von Schadstoffen wie Blei, Arsen und Quecksilber wird ebenfalls überprüft. Bei Katzenfuttersorten mit Getreideanteil wird außerdem auf Pestizide und Schimmelpilzgifte untersucht. Zu 10% flossen die Ergebnisse in die Endnote mit ein.

Die Deklaration und die Werbemittelversprechen werden unter die Lupe genommen und fließen mit 10% in das Endergebnis. Dabei wird geschaut, ob die Angaben gut lesbar sind und ob die Angaben den Forderungen des Futtermittelrechts entsprechen.

Zusätzlich werden noch weitere Tests durchgeführt, deren Ergebnisse die Endnote jedoch nicht beeinflussen.

Testsieger und hochwertiges Katzenfutter – wichtige Unterschiede

Stiftung Warentest hat seine Testsieger auf der Grundlage der Nährstoffausgewogenheit des Futters bestimmt. Die gut platzierten Futtersorten liefern alle benötigten Nährstoffe und enthalten keine Schadstoffe. Mehr sagt dieser Test aber nicht aus.

Das bedeutet natürlich nicht zugleich, dass die Inhaltsstoffe eines solchen Testsiegers von hoher Qualität sind. Aus diesem Grund hat zum Beispiel Kitekat mit Sauce, welches Getreide und Zucker enthält, ein „Sehr Gut“ bekommen, während Macs, Defu und Tundra mit mangelhaft bewertet wurden. Das macht wieder deutlich, dass ich auch mit Getreide, Zucker, ein paar Schlachtabfällen und einigen künstlichen Vitaminen theoretisch den Nährstoffbedarf meiner Katze decken kann. Gesund ist dies aber natürlich nicht.

Das Testergebnis sollte deshalb keinesfalls als Kaufempfehlung gelten. Trotzdem macht dieser Test Sinn. Warum? Auch das Futter, welches ausschließlich hochwertigste Zutaten enthält, welches der natürlichen Nahrung der Katzen sehr nah kommt, muss den Nährstoffbedarf decken. Es bringt einer Katze wenig, wenn sie eine Katzenfuttersorte bekommt, die uns mit ihren Inhaltsstoffen überzeugt, die Katze aber bei längerfristiger Fütterung Mangelerscheinungen bekommt.

Deshalb ist dieser Test auch bzw. gerade für diejenigen interessant, die hochwertiges Katzenfutter füttern und macht wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, sich nicht auf ein einziges Alleinfuttermittel zu verlassen.

Doch was nun füttern?

Wie ihr gutes Futter erkennt, solltet ihr hier nachlesen statt im Test der Stiftung Warentest. Mindestens vier verschiedene Hersteller sollten im besten Fall abwechselnd gefüttert werden. Das verhindert nicht nur, dass sich eine Katze an eine Sorte gewöhnt, sondern dieser Wechsel kann auch Nährstoffungleichgewichte ausgleichen.

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