Katzen als früherer Schutzzauber

16. Juli 2018

Katzenwissen

Gruselige Funde tauchen immer wieder bei Renovierungsarbeiten auf – Katzenmumien. Das steckt dahinter.

Katze Mumie

Es ist der Alptraum eines Hauskäufers: Glücklich über die eigenen vier Wände und eifrig mit der Renovierung beschäftigt stößt man plötzlich auf die Reste einer leblosen Katze.

Was einmalig vielleicht noch als Zufall oder vergangenen Unfall abgetan werden könnte, kommt in Wirklichkeit viel häufiger vor.

Allein 89 Katzenfunde gab es seit 1999 allein im Landkreis Ludwigsburg. Dazu kommen die aus anderen Regionen Deutschlands und dem deutschsprachigen Ausland wie Österreich, Schweiz und dem französischem Elsass.

Historikerin Petra Schad sammelt die Funddaten sowie auch Katzen, die von den Findern nicht zuvor weggeworfen wurden. Sie stammen aus alten Häusern mit Baujahren in der Mitte des 19. Jahrhunderts, aus Kirchen und Pfarrhäusern.

Die Katzen wurden damals getötet und sollten möglicherweise vor Hexen und Dämonen schützen. Dafür wurden sie beim Hausbau in Zwischenböden gelegt oder in Dachstühlen gesteckt. Sie sind beim Fund vollständig mumifiziert.

Die Mumifikation geschieht nur, wenn die „Außenhülle“ intakt ist. Unter Ausschluss von Sauerstoff wird der natürliche Verwesungsprozess verhindert. Verletzungen im Vorwege können deshalb ausgeschlossen werden. Man geht eher davon aus, dass die Katzen durch Genickbruch oder Ertrinken sterben mussten.

Hierbei handelt es sich wohl um einen alten mittelalterlichen Brauch, der bis in die Neuzeit währte. Einer der Gründe mag auch die namentliche Ähnlichkeit zwischen Katze und Ketzer (jmd. der vom Glauben abweicht) gewesen sein, die rein zufällig besteht, aber für dieses Missverständnis sorgte.

Katzen – zum Einen Inbegriff des Bösens, zum Anderen zum Schutz gegen Böses dienend. Das 19. und die Jahrhunderte davor waren voll grausamer Bräuche mit Katzen. Das Töten und „Einbauen“ in Häuser ist nur einer davon.

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/vorsicht-cat-content-tote-katzen-als-schutzzauber.886.de.html?dram:article_id=421016

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