Warum Kamille nichts in Katzenaugen zu suchen hat

„Wisch‘ sie etwas mit Kamille aus!“ – das ist ein Tipp, den noch heute viele geben, wenn es um Augenentzündungen bei Katzen geht. Ein altes Heilmittel oder macht Kamille alles nur noch schlimmer?

Kamille in Katzenauge

Hausmittel Kamille

Kamille ist ein uraltes Hausmittel „für alles“. Ob Hautprobleme, Wunden oder Magen-Darm-Beschwerden – Kamille, vor allem der Kamillentee ist schnell zur Hand. Und tatsächlich hat diese Pflanze eine entzündungshemmende und bakterienhemmende Wirkung. Für die Anwendung am Auge ist sie dennoch nicht geeignet.

Warum keine Kamille ins Katzenauge darf

Mit Augenproblemen ist nicht zu spaßen. Grundsätzlich solltet ihr lieber einmal mehr beim Tierarzt vorstellig werden, als selbst ahnungslos an den Augen eures Tieres herumzudoktern. Schon eine leichte Bindehautentzündung kann unzählige Ursachen haben und ebenso viele andere Augenerkrankungen gibt es. Die einen harmlos, die anderen schwerwiegend, doch verschleppt und falsch behandelt können aus allen harmlosen Beschwerden innerhalb kürzester Zeit schwerwiegende Augenprobleme werden.

Kamille enthält unter anderem ätherische Öle, Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe. Sie reizt die Augenschleimhaut und wirkt austrocknend. Allein das spricht gegen die Anwendung im Auge, denn bei Augenproblemen wird vermehrt Flüssigkeit gebildet, die dem Schutz des Auges dient.

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3 comments

  1. vielen dank – werde deinen rat befolgen! und berichte dann…

  2. ja, fein. und, was macht man dann? „vielfältige ursachen“ – das denkt man sich ja auch selber schon..:), aber WAS GENAU kann alles hinter latenten bindehautentzündungen einiger katzenarten stecken, und WAS GENAU kann man da machen?

    der tierarzt sagt: „ach, alles kein problem“ und gibt ne antibiotika-salbe. das hilft für ein paar tage – und dann? hier wünsch ich mir wirklich konkreteren rat. danke!

    • Hallo liebe Silva,

      ich habe bewusst darauf verzichtet, GENAU DEN Tipp zu geben, denn genau DIESEN Tipp gibt es nicht.
      Grundsätzlich sollte bei Augenproblemen IMMER ein Tierarzt aufgesucht werden. Du hast aber Recht, wenn du schreibst, dass viele einfach nur Antibiotikasalbe verschreiben. Das liegt daran, dass die Augenheilkunde bei Tieren ein so weites Feld ist, dass Otto-Normal-Tierarzt weder alles erkennt, noch alles weiß und schon mal gar nicht alles richtig macht.

      Grundsätzlich ist eine Bindehautentzündung keine Krankheit, sondern ein Symptom. Neben Zugluft und anderen leicht störenden Reizen wie auch Fremdkörpern, können Verletzungen der Hornhaut, ein Entropium, eine Herpes- oder andere Virusinfektion und vieles mehr dahinter stecken. Das lässt sich nicht mit Hilfe des Internets klären. Dafür gibt es Tierärzte. Mein Rat: Suche dir einen Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Augenheilkunde. Diese findest du unter anderem auf dok-vet.de. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt. Ich gehe mit meinen Tieren bei Augenproblemen IMMER zu einem Augenspezialisten, denn auch ich habe, was das betrifft, mit „normalen“ Tierärzten nicht die beste Erfahrung gemacht.

      Selbst herum doktern solltest du nicht, denn damit kann es sich verschlimmer. Womit du aber kaum etwas falsch machen kannst, sind Salben mit befeuchtender und wundheilender Wirkung. Empfehlenswert ist Corneregel. Auch Bepanthen Augensalbe ist nicht schlecht, befeuchtet aber weniger. (Quelle: mein Augentierarzt ;-)).

      Ich hoffe, das ist konkret genug. 🙂

      Herzliche Grüße
      Manuela

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