Mein Leben mit CNI-Kater Bärchen

Heute wird es persönlich. In meinem letzten Blogartikel habe ich schon angedeutet, dass ich eigene Erfahrung mit chronischer Niereninsuffizienz bei Katzen habe. Und deshalb erzähle ich euch heute ein bisschen über eine meiner fünf CNI-Katzen.

CNI-Katzen

Meine jetzigen Katzen – Lotti und Moritz – sind zwar auch nicht ganz gesund, doch haben sie keine chronische Niereninsuffizienz. Mein letzter CNI-Kater ist vor zwei Jahren eingeschlafen.

Ganz fremd war mir das Thema „schlechte Nierenwerte bei Katzen“ aufgrund meines Berufs zwar nicht, doch eine nähere Berührung hatte ich erstmals vor etwa 10 Jahren als Bärchen bei mir einzog. Leider habe ich gerade kein Foto in greifbarer Nähe, sondern muss erst einmal in meinen unzähligen Fotokisten auf dem Dachboden nach einem Foto von ihm suchen.

Bärchen war 19 Jahre alt als seine Halterin starb und er ins Tierheim musste. Seine CNI wurde zunächst nicht erkannt, sodass er wegen einer Hautpilzerkrankung mit dem wahrscheinlich ungesündesten Medikament behandelt wurde. Da Medikamente über Leber und Niere ausgeschieden werden, kann die Gabe einiger Mittel für CNI-Katzen problematisch werden. Danach ging es ihm sehr schlecht und es dauerte einige Zeit bis er sich davon einigermaßen erholte.

Die Ergebnisse seiner Blutuntersuchung machte deutlich: CNI. Doch die behandelnde Tierärztin verordnete lediglich Diätfutter, was selten ausreicht. Da es in diesem Tierheim kaum möglich war, chronisch kranke Katzen einzeln unterzubringen, außer in kleinen Drahtkäfigen, wurde er um ein paar Ecken herum an mich vermittelt.

Damals trug er den schrecklichen Namen „Rocky“ und wurde gleich in „Bärchen“ umbenannt. Er war ein liebenswerter, alter Schrumpel, der es liebte, Nase an Nase zu schmusen und einem dabei kräftig ins Gesicht zu sabbern. Obwohl er Hunde aus tiefstem Herzen hasste und ich gleich drei davon hatte, arrangierte er sich erstaunlich gut mit ihnen. Obwohl er sie zunächst in Angst und Schrecken versetzt hatte und die Hunde so zum ersten Mal die Erfahrung machen mussten, dass es auch böse Katzen gibt, schlief er später sogar direkt neben ihnen.

Zunächst stellte ich ihn meinem Tierarzt vor, der zusätzlich ein blutdrucksendes Mittel verschrieb. Doch mir war das nicht genug, denn man fühlt sich so hilflos in dieser Situation. Als ich von der Yahoogroup „Nierenkranke Katze“ hörte (hatte ich im letzten Beitrag schon erwähnt), bin ich dieser gleich beigetreten.

Dort stieß ich auf viele hilfsbereite Menschen und bekam viele Informationen, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte. Ich stellte das Futter um. Statt Nierendiät bekam mein Kater normales Futter mit Phosphorbinder, weil Diätfutter meist ziemlich geschmacklos ist. Später fütterte ich roh nach einer speziell berechneten Ration. Die Feinwaage wurde mein bester Freund.

Ich lernte, warum nierenkranken Katzen leicht übel wird und was ich dagegen tun konnte. Ich lernte, wie ich der Blutarmut einer CNI-Katze entgegen wirken konnte. Ich kam mit (klinischer) Homöopathie in Berührung und behandelte Bärchen mit SUC.

Die SUC-Therapie machte sich schnell bemerkbar. Meinem Katzenopa ging es immer besser, er fraß gut, war gut im Futter und für sein Alter erstaunlich fit. Niemand hätte geahnt wie alt, geschweige denn wie krank er war.

Seltsamerweise blieben die Nierenwerte von „Bärchen“ größtenteils im Keller, dort wo sie schon immer waren. Laut meines Tierarztes hätte er mit diesen Werten längst tot sein müssen oder es hätte ihm zumindest sehr schlecht gehen müssen. Nach jeder Blutkontrolle schüttelte er ratlos den Kopf, während Bärchen fröhlich vom Behandlungstisch sprang und durch die Praxis lief.

Bärchen lebte noch knapp fünf Jahre bei mir. Er starb nicht an der chronischen Niereninsuffizienz. Ich musste ihn leider nach einem Behandlungsfehler eines Vertretungstierarztes einschläfern lassen. Und auch, wenn ich es mit meinen alten Tieren gewohnt bin, dass sie früher oder später gehen müssen, hatte ich daran doch etwas zu knabbern. Wenn es Herzenskatzen gibt, so gehörte Bärchen auf jeden Fall dazu. Ich bin mir sicher, er wäre steinalt bzw. noch „steinälter“ geworden.

Noch zu Bärchens Lebzeiten zogen drei weitere CNI-Katzen bei mir ein – Elfie, Florian und Candy, über die ich vielleicht später noch schreibe. Wenn es denn überhaupt jemanden interessiert. 😉

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