Die Katzenvermehrer von Nebenan – Teil 1

Nicht immer steckt hinter der Massenvermehrung von Tieren ein illegales Netzwerk mit Wurzeln in Osteuropa. Gerade bei Katzen findet ihr die Vermehrer noch häufiger direkt in eurer Nachbarschaft.

Katzenvermehrer

Gibt es eine Katzenwelpenmafia?

Die Hundewelpenmafia ist ein großes Thema, denn kriminelle Banden vermehren Rassehunde im großen Stil. Die Hunde leben meist in Osteuropa in dunklen Schuppen, wo sie reihenweise Welpen produzieren müssen. Von dort aus gelangen sie über Mittelsmänner nach Deutschland oder werden in die Niederlande gekarrt und dort in „Puppy-Points“ verkauft. Auch Katzen werden in dieser Form vermehrt und angeboten. Allerdings ist dieses Geschäft mit Katzen weniger rentabel, sodass es nicht im ganz großen Stil betrieben wird.

Dazu kommen Einzelpersonen in Deutschland, nicht selten zugleich Tiermessies, die sich mit dem Verkauf von Welpen ein lukratives Einkommen aufgebaut haben und diese Vermehrung mit mehreren Rassen im großen Stil betreiben. Hier findet man sowohl Hunde, als auch Katzen und sogar Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Ähnliches.

Doch es gibt noch andere Vermehrer. Diese haben sich auf Katzen spezialisiert, weil für sie Hunde nicht profitabel wären, da sie mehr Platz und Auslauf benötigen und noch dazu Steuern kosten.

Die Katzenvermehrer von Nebenan

Ihr findet sie überall, in allen Städten, vielleicht sogar in eurer Straße. Auch wenn man nicht pauschalisieren kann und sollte, so sind es doch auffällig viele junge Leute, nicht selten junge Eltern, häufig zumindest Hartz4-Empfänger. Kurz: Sie stehen nicht mitten im Leben, haben keinen Job und möglicherweise Geldsorgen.

Mit Hilfe der Katzen verdienen sie gutes, zusätzliches Geld, denn die Vermehrung von Katzen lässt sich gut mit Profit durchziehen, wenn man kein offizieller Züchter ist. Sogar „einfache Hauskatzen“ lassen sich mit Gewinn verkaufen. Das günstigste Katzenstreu, das billigste Katzenfutter und der Verzicht auf tierärztliche Behandlungen, wie Flohbehandlung, Entwurmung und Impfung macht die Katzenaufzucht wenig kostenaufwendig. Die verlangte Schutzgebühr von 50-80 Euro bezahlen Interessenten gern und sind deutlich mehr als kostendeckend.

Einige machen es schon etwas professioneller und haben eine Mutterkatze zu Hause, die zumindest so aussieht, als würde sie einer begehrten Rasse zugehören. Durch das Decken-lassen von irgendwelchen Hauskatzen lässt sich mit diesen Katzen deutlich mehr verdienen. Ein Teil des Wurfs wird häufig der Mutter ähnlich sehen und dann auch problemlos für 150 bis 250 Euro über den Tisch gehen.

Hellgrau getigert wie die Whiskas-Katze, rot getigert wie Garfield oder zumindest etwas Glückbringendes mit drei Farben – das wollen die Menschen. Und wenig Geld ausgeben natürlich auch noch. Sowohl Züchter als auch Tierheime nehmen aus gutem Grund mehr Geld, denn die Katzen sind im besten Fall gesund und alle tierärztlich versorgt. Doch das sehen viele Menschen nicht. Sie sehen nur den Betrag, den sie zahlen müssen und unterstützen so den Tierhandel und das Geschäft der Tiervermehrer.

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