Sind Katzen Rudeltiere?

Sind Katzen Rudeltiere oder Einzelgänger? Lange Zeit galten Katzen als Einzelgänger. Inzwischen bezeichnen viele unsere Hauskatzen als Rudeltiere. Doch was stimmt wirklich?

Sind Katzen Rudeltiere

Die Vorfahren der Hauskatzen – Einzelgänger

Unsere heutigen Hauskatzen stammen von der Afrikanischen Falbkatze ab. Diese mittelgroße Katze lebte überwiegend im afrikanischem Raum, aber auch in Teilen der Türkei, Iran und angrenzenden Gebieten.

Afrikanische Falbkatzen sind Einzelgänger. Sie durchstreifen allein große Reviere, begegnen dabei aber durchaus auch andere Artgenossen, weil sich Reviere überschneiden können. Demnach liegt die Vermutung Nahe, dass auch Hauskatzen Einzelgänger sind.

Es gibt jedoch eine Besonderheit bei diesen Wildkatzen, die wir bei der heutigen Katzenhaltung nicht vernachlässigen sollten. Die Jungtiere werden recht lange gesäugt, etwa bis zur 12.Woche, und bleiben danach noch weiter bei der Mutter. Erst mit Eintritt der Geschlechtsreife beginnen die ersten jungen Wildkatzen, selbstständig zu werden und sich auf Wanderschaft zu begeben, um sich eigene Reviere zu suchen. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, wenn noch einjährige Katzen Mutteranschluss haben. Auch danach trennen sie sich nicht immer vollständig. Geschwister bleiben häufig noch längere Zeit zusammen bis sie schließlich ein Leben als Einzelgänger führen.

Wer sich also auf die Vorfahren als Einzelgänger beruft, darf niemals vergessen, was wir den heutigen Katzen antun. So werden Katzenbabys oft schon mit 8 Wochen getrennt. Im besten Fall dürfen sie wenigstens bis zur 12.Woche bei der Mutter bleiben und werden im Anschluss nicht allein gehalten, sondern bekommen einen Artgenossen, können vielleicht sogar mit einem Geschwisterchen zusammen bleiben.

Sind Katzen Rudeltiere geworden?

Die Katzen haben sich selbst domestiziert, so sagt man. Mit Beginn des Ackerbaus, je nach Region in Europa zwischen 3000-11000 vor Chr., in anderen Ländern etwas früher, beschlossen die Katzen, dass sich Mäuse in Getreidespeichern leichter fangen ließen als in der Natur. Dem Menschen war dies natürlich nur recht, denn Nagetiere konnten große Schäden anrichten.

Mit dem Anschluss an den Menschen, veränderte sich die Lebensweise der Katzen. Eine leicht zugängliche und reich gefüllte Nahrungsquelle ließ sie Artgenossen gegenüber toleranter werden.

Es folgten mehrere tausend Jahre, in denen die Katzen gemeinsam auf landwirtschaftlichen Höfen lebten. Beobachtungen haben gezeigt, dass weibliche Katzen zu mehreren friedlich zusammen leben. Junge Kater wandern nicht selten ab, doch ist dies u.a. von den Örtlichkeiten und dem Nahrungsangebot abhängig. Kater streifen viel umher und kreuzen dabei andere Reviere. Zum Teil gehören auch mehrere Bauernhöfe zu ihren Revieren, die mit anderen Katern geteilt werden.

Wer im ländlichen Bereich lebt und Katzen hat, die Freigänger sind, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass sich auch dort Katzen zusammen schließen und es Treffpunkte gibt, wo sie sich zusammen finden. All das hätte eine Afrikanische Falbkatze nicht getan, sodass wie unsere Hauskatzen ganz sicher nicht mehr als Einzelgänger bezeichnen können.

Aber meine Katze mag keine anderen Katzen

Es gibt durchaus Katzen, die nichts mit Artgenossen anfangen können und sie gar nicht in ihrer Nähe haben mögen. Doch das hat nichts weniger mit einem Einzelgängertum zu tun, sondern liegt häufig an der Sozialisierung. Katzen, die mit 8 Wochen von Mutter und Geschwister getrennt werden und fortan alleine Leben müssen, werden später eher Probleme mit Artgenossen haben.

Katzen dagegen, die auch nach der Entwöhnung mit anderen katzen zusammen lebten, genießen die Gesellschaft auch dann noch, wenn sie zwischendurch einige Zeit als Einzelkatze leben mussten.

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