„Du stinkst mir“ nach einem Tierarztbesuch

Eigentlich war nur eine Katze beim Tierarzt, doch hinterher ist nichts mehr wie es war. Die einst besten Freunde erklären sich den Krieg und wollen sich gar nicht wieder beruhigen.

Katze aggressiv nach Tierarztbesuch

Warum ein Tierarztbesuch Katzenfreundschaften zerstören kann

Muss eine der Katzen zum Tierarzt, bringt sie einen fremden Geruch mit nach Hause. Je nachdem wie sensibel die zurückgebliebene Katze ist, kann es sein, dass der neue Geruch diese völlig durcheinander bringt. Waren die zwei Katzen vorher auch ein Herz und eine Seele, so ist es möglich, dass die fremd riechende Katze nun attackiert wird.

Das hat nicht zwingend damit zu tun, dass die Katze, die nicht beim Tierarzt war, durch den Geruch an diesen oder sogar an ein negatives Erlebnis beim Tierarzt erinnert wird. Es ist eher das Fremde, das den Katzen Angst macht.

Sogar kleine Kätzchen können dieses Verhalten gegenüber ihrer Mutter zeigen. Ich habe es einmal erlebt, dass eine Mutterkatze zur Kastration beim Tierarzt war, während ihre fast entwöhnten Katzenkinder zu Hause blieben. Als die Mutter zurückkam, waren die Kätzchen wie ausgewechselt und umkreisten ihre Mutter knurrend mit großem Buckel. Sie hätten ihre Mutter tatsächlich attackiert, sodass diese erst einmal in Sicherheit gebracht werden musste.

Was hilft gegen dieses aggressive Verhalten?

Ist bekannt, dass eine der Katzen aggressiv gegen diesen Tierarztgeruch reagiert, ist es eine Überlegung wert, diese einfach mit zum Tierarzt zu nehmen. Zwar möchte man dies immer gern vermeiden, doch wenn jedes Mal nach einem Tierarztbesuch wieder der Krieg ausbricht, ist das Mitnehmen meist die einfachere Lösung.

Ist es hierfür zu spät und eine der Katze faucht und attackiert die andere, sollte man diese für kurze Zeit und ohne viel Aufhebens trennen – für maximal 24 Stunden. Wichtig ist, dass darunter keine der beiden Katzen leidet, indem beispielsweise eine in die ungemütliche Waschküche gesperrt wird. Noch wichtiger ist aber, dass die Katze, die das aggressive Verhalten zeigt, nicht eingeschränkt wird.

Nach einem Tag ist der Großteil des fürchterlichen Tierarztgeruchs verflogen, bzw. abgeputzt. Nachhelfen könnt ihr, indem ihr die Katze mit einer benutzten Decke abreibt. Auch das verstörte Verhalten, das einige Katzen nach einem Tierarztbesuch zeigen, hat sich dann meist gelegt.

Die oben erwähnte Mutterkatze konnte am nächsten Tag wieder zu ihren Kindern. Keines von ihnen reagierte auffällig. Alles schien vergessen.

Warum trennen? Die kurzzeitige Trennung kann einen dauerhaften Krieg zwischen Katzen vorbeugen, denn Aggression erzeugt bei anderen Angst und unter Umständen auch Gegenaggression. Die Situation kann sich so hochschaukeln, dass die Katzen schließlich dauerhaft getrennt werden müssen.

Wenn das nicht hilft und es den Anschein erweckt, dass sich die Katzen nie wieder annähern werden, kann mit beruhigenden Mitteln nachgeholfen werden. Bewährt haben sich Feliway (als Stecker), Zylkene und Bachblüten.

Feliway beinhaltet ein synthetisches Wohlfühlhormon, das als Zerstäuber für die Steckdose und als Spray erhältlich ist. Da das Spray schnell überdosiert werden kann und für einige Katzen dann als unangenehm empfunden wird, sollte in diesem Fall der Feliway-Stecker verwendet werden.

Zylkene ist ein pflanzliches Mittel, das beruhigend wirkt und in Kapselform beim Tierarzt oder in speziellen Online-Shops erhältlich ist. Die Wirkung tritt allerdings erst ein paar Tage nach Beginn der Gabe ein.

Bachblüten sollten im besten Fall von einem erfahrenen Bachblütentherapeut zusammen gemischt werden. Mir sind aber auch einige Fälle bekannt, in denen auch die im Zoofachhandel erhältlichen „Bachblüten gegen Aggression“ geholfen haben.

Grundsätzlich hilft viel nicht viel, doch im Fall der „Aggression gegen Katze nach Tierarztbesuch“ ist es am erfolgsversprechendsten, eine Kombination mit allen drei dieser Mittel zu geben.

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