Vorsicht, Schneckenkorn!

Die Gartensaison hat begonnen und bald kommen auch die Schnecken wieder. Das ruft wieder ihre Feinde unter den Gartenfreunden auf den Plan – Schneckenkorn-Zeit. Auch für Katzen nicht ungefährlich.

Schneckenkorn Katze

Die kleinen bläulichen Kugeln sind mit einem Lockstoff versehen, der auf Schnecken anziehend wirkt. Wird das Schneckenkorn gefressen, stirbt die Schnecke – je nach Wirkstoff bereits kurze Zeit später oder aber sie zieht sich langsam zum Sterben zurück.

Schneckenkorn – Wirkstoffe und Wirkung auf Katzen und andere Tiere

In der Schneckenbekämpfung werden drei Wirkstoffe mit unterschiedlicher Giftigkeit verwendet.

  • Metaldehyd
    Metaldehyd – der Name sagt es schon – dehydriert die Schnecke. Das Gift wirkt sehr schnell. Es greift in den Flüssigkeitshaushalt ein, sodass die Schnecken binnen kurzer Zeit austrocknen.
    Wenn ihr tote Schnecken findet, die in einer kleinen Lache liegen, so ist das oft ihre eigene Körperflüssigkeit, in der sie durch die Metaldehyd-Aufnahme verendet sind.
    Auch für andere Tiere und Menschen ist dieser Wirkstoff giftig. Durch die sogenannte Vergällung, die das Schneckenkorn ungenießbar macht, soll eine Aufnahme des Gifts durch Kinder und Haustiere verhindert werden. Doch können wir uns darauf wirklich verlassen? Genauso wenig beruhigen Untersuchungen, die angeblich bestätigen, dass „bei ordnungsgemäßer Anwendung keine Gefahr für frei lebende Tiere wie Vögel, Kleinsäuger und Fische besteht“, denn diese wurden meist von den Herstellern in Auftrag gegeben. Fakt ist, dass es Todesfälle aufgrund von Metaldehyd bei Haustieren gibt.
    Bereits 1g des Wirkstoffs soll für Katzen tödlich sein. Die Symptome bei einer Vergiftung sind sehr unspezifisch. Durchfall und Erbrechen mit Dehydrierung, Unruhe, Kreislaufschwäche und starkes Fieber können auch auf andere Krankheiten hinweisen, sodass die Vergiftung häufig nicht rechtzeitig erkannt wird.
  • Methiocarb
    Dieses Nervengift wurde überwiegend in der Landwirtschaft eingesetzt. Doch wie immer gab es auch hier genug Menschen, die es in ihren Beeten verteilten.
    Seit September letzten Jahres sind Bekämpfungsmittel mit diesem Wirkstoff verboten. Grund hierfür war die toxische Wirkung auf alle Tiere, einschließlich Vögel, Igel, Bienen und andere Insekten. Außerdem hat es das Grundwasser stark belastet. Es ist trotz Verbot davon auszugehen, dass noch große Mengen des Gifts im Umlauf sind und weiterhin zur Schneckenbekämpfung genutzt werden.
    100mg Gift reichen aus, um eine Katze zu töten. Die Symptome sind ähnlich wie beim Metaldehyd. Hinzu kommen Krämpfe und Atemnot und in einigen Fällen auch Hyperaktivität oder Angstzustände.
  • Eisen-III-Phosphat
    Das einzige Schneckenkorn, das für Katzen und andere Tiere ungefährlich ist, ist das mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat. Im Boden selbst wird es in Eisen und Phosphat aufgespalten und stellt keine Gefahr für das Grundwasser dar.
    Soll unbedingt Schneckenkorn angewendet werden, ist dieses zu bevorzugen. Leider quälen sich die Schnecken nach der Aufnahme. Sie hören auf zu fressen , ziehen sich zurück und verenden langsam.

Alternativen

Vor einiger Zeit haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Schnecken nicht mehr nach Hause finden, sobald sie weiter als 20m von diesem entfernt sind. Eine langfristige, schonende und ungiftige „Schneckenbekämpfung“ ist deshalb das Einsammeln der Tiere mit dem anschließenden Aussetzen der Tiere.

Auch Tagetes kann helfen, denn Schnecken lieben diese Pflanze. Wer sie großzügig in breiten Streifen pflanzt, kann Glück haben, dass sich die Schnecken daran sattfressen und gar nicht erst im Gemüse- oder Blumenbeet ankommen.

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